Zurückkommen, ohne sofort wieder loszulegen
- vor 6 Tagen
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Die Sommerferien sind vorbei.
Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt oder zumindest fast. Die Schule hat wieder begonnen, die Arbeit auch, E-Mails warten, der Kalender füllt sich und irgendwie soll man wieder „zurück im Alltag“ sein.
Aber was, wenn du dich gar nicht richtig erholt fühlst?
Vielleicht waren die Ferien schön, aber nicht unbedingt erholsam. Du bist vereist, hast anders geschlafen, anders gegessen, bist später ins Bett gegangen, hast mehr Zeit mit der Familie verbracht, deine gewohnten Abläufe verändert und hast vielleicht sogar einen Teil der alltäglichen Verantwortung mit in die Ferien genommen.
Du hattest zwar frei von der Arbeit, aber die Verantwortung blieb. Und plötzlich klingelt wieder der Wecker.
Morgens müssen alle aus dem Haus. Du musst an die Mahlzeiten denken. Deine Inbox wartet. Und während dein Körper vielleicht noch nach einem langsameren Rhythmus verlangt, erwartet dein Kalender bereits wieder Leistung.
Genau deshalb können die ersten Wochen nach den Ferien ziemlich herausfordernd sein.
Wenn der Körper noch nicht wieder angekommen ist
Wir denken oft, dass Erholung automatisch passiert, sobald wir eine Pause machen. Aber Erholung bedeutet nicht einfach nur, nicht zu arbeiten.
Unser Nervensystem braucht Signale von Sicherheit und Verlässlichkeit. Unser Schlaf-Wach-Rhythmus profitiert von Regelmässigkeit. Die Verdauung reagiert auf Veränderungen bei Essenszeiten, Ernährung und Stress. Und auch unsere Energie hängt davon ab, wie wir uns bewegen, essen, schlafen und regenerieren.
Wenn sich der Rhythmus nach den Ferien plötzlich wieder verändert, kann sich das deshalb ganz unterschiedlich zeigen:
Schwierigkeiten, wieder in einen regelmässigen Schlafrhythmus zu finden
Müdigkeit, obwohl man „gerade erst Ferien hatte“
Gereiztheit oder die Nerven liegen gleich blank
Konzentrationsschwierigkeiten
Heisshunger, unregelmässige Mahlzeiten oder morgens weniger Appetit
Verdauungsbeschwerden oder ein aufgeblähter Bauch
das Gefühl, von kleinen Dingen schneller überfordert zu sein
das Gefühl, dass die eigene Energie irgendwie „durcheinander“ ist
Nichts davon bedeutet automatisch, dass etwas nicht stimmt. Manchmal bedeutet es einfach, dass der Körper etwas mehr Zeit für den Übergang braucht.
Die TCM-Perspektive zu "zurück in den Rhythmus"
In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Gesundheit eng damit verbunden, wie gut wir uns an Veränderungen anpassen können und gleichzeitig genügend Stabilität bewahren.
Ein Begriff, den wir in diesem Zusammenhang besonders hilfreich finden, ist Qi, einfach gesagt unsere funktionelle Lebensenergie und die Fähigkeit des Körpers, Prozesse in Bewegung zu halten, zu transformieren und zu regulieren.
Wenn unser Rhythmus über längere Zeit unregelmässig ist, aufgrund von unregelmässiger Mahlzeiten, verändertem Schlaf, ständigen Reizen zu viel Aktivität oder einfach zu vielenVeränderungen auf einmal , kann sich auch unser Energiegefühl verändern.
Aus Sicht der TCM spielt dabei die Verdauung eine besonders wichtige Rolle. Milz und Magen gelten in der TCM als zentrale Systeme für die Umwandlung unserer Nahrung in Qi und Blut. Dabei meint die „Milz“ in der TCM nicht das Organ im westlich-medizinischen Sinne, sondern ein funktionelles System, das mit Verdauung, Ernährung, Energiegewinnung und der Fähigkeit des Körpers verbunden wird, Nahrung zu verarbeiten und für uns nutzbar zu machen.
Genau deshalb kann die Ernährung ein so guter Ausgangspunkt sein, wenn wir wieder in unseren Alltag zurückfinden. Nicht, weil wir jetzt einen neuen strengen Plan brauchen. Ganz im Gegenteil.
Wärme statt Optimierung
Nach den Ferien entsteht schnell der Wunsch, wieder alles „richtig“ zu machen: Wieder gesund essen.Wieder ins Training.Früher aufstehen. Meal Prep. Alles im Griff haben.
Doch wenn der Körper bereits erschöpft oder überreizt ist, braucht es vielleicht nicht noch mehr To do's.
In der TCM empfehlen wir, zunächst wieder mit Wärme, Regelmässigkeit und Einfachheit zu beginnen.
Zum Beispiel:
Warme Mahlzeiten.Regelmässige Essenszeiten.Ausreichend Nahrung.Sanfte Bewegung.Frühere Abende.Weniger Reize.Etwas mehr Raum zum Durchatmen.
Eine einfache Suppe, ein warmer Porridge, gekochtes Gemüse, Reis oder Hirse, Eier, Hülsenfrüchte, Fisch oder andere nährende Lebensmittel, die dir guttun, können manchmal unterstützender sein als der Versuch, sich ab jetzt wieder „perfekt“ zu ernähren. Denn dein Körper braucht wieder einen Rhythmus, auf den er sich verlassen kann.
Bewegung, aber bitte nicht noch eine weitere Aufgabe
Auch bei der Bewegung neigen wir manchmal dazu, uns zu überfordern. Wenn wir in den Ferien weniger Sport gemacht haben, möchten wir schnell wieder dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Doch Bewegung kann auch dabei helfen, den Übergang sanfter zu gestalten:
Ein Spaziergang nach dem Abendessen.Sanfte Bewegung am Morgen.Ein paar Minuten Qigong.Dehnen zwischen zwei Meetings.Eine Velofahrt statt eines intensiven Trainings.
Aus Sicht der TCM hilft Bewegung dabei, das Qi in Bewegung zu bringen. Aber die Art und Intensität der Bewegung sollte zu den eigenen aktuellen Ressourcen passen. Manchmal ist die Bewegung, die uns am meisten unterstützt, nicht diejenige, bei der wir am stärksten ins Schwitzen kommen. Sondern diejenige, nach der wir uns wieder etwas mehr in unserem Körper angekommen fühlen.
Und dann ist da noch die Ruhe
Vielleicht ist das der schwierigste Teil.
Wenn der Alltag wieder beginnt, ist unsere Ruhe oft das Erste, was wir aus unserem Kalender streichen.
Wenn du aber bereits erschöpft aus den Ferien zurückkommst, muss deine erste Aufgabe vielleicht nicht sein, wieder möglichst produktiv zu werden. Vielleicht geht es zunächst darum, deine eigenen Ressourcen wieder aufzubauen.
Das kann bedeuten, deinen Schlaf zu schützen, den Abend ruhiger zu gestalten, ohne in Eile zu essen, zehn Minuten ohne Handy zu verbringen oder zwischen zwei Verpflichtungen bewusst etwas Raum zu lassen.
Kleine Dinge machen einen Unterschied, denn Regulation entsteht durch Wiederholung.
Zurückkommen braucht einen Übergang
Vielleicht ist das Wichtigste:
Zurückkommen funktioniert nicht per Knopfdruck.
Unser Körper wechselt nicht automatisch von „Ferienmodus“ in „Alltag“, nur weil der Kalender Montag anzeigt.
Es gibt einen Übergang.
🎤 Wie sieht dieser Übergang bei dir aus?
Was hilft dir, wieder deinen eigenen Rhythmus zu finden? Und was möchtest du vielleicht aus dem langsameren Rhythmus des Sommers mitnehmen?
Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst. 🤎





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